Thoma Haus: Ein Haus aus Vollholz

Wie baut man ein Haus, das die Raumtemperatur von alleine regelt? Und wie schafft man es, ein Zuhause zu bauen, das der Natur und der eigenen Gesundheit guttut?

Antworten auf Fragen wie diese haben wir bei Martin Exenberger im niederösterreichischen Maria Landegg gefunden. Der Förster hat sich ein sogenanntes Thoma-Haus erbaut – ein Haus, das zu 100 Prozent aus Vollholz besteht. Ohne Leim, Metallschrauben oder Plastikteile. Die Idee hat er von einem alten Schulkollegen, dem Holzbaupionier Erwin Thoma – seines Zeichens ebenfalls Förster und Gründer der Thoma Holz GmbH.

Ein Haus für die Gesundheit

Die Geschichte der Thoma-Häuser begann mit dem Förster Erwin Thoma, der nach einer Möglichkeit suchte, seinen Kindern ein möglichst gesundes und nachhaltiges Zuhause zu bauen. Die Lösung fand er in Häusern, die gänzlich aus Vollholz bestehen und auf zusätzliche Materialien wie Metall, Klebstoffe oder Kunststoffe verzichten. Stattdessen integrierte er ein ausgeklügeltes Stecksystem, das einzig auf Vollholznägel als Hilfsmittel setzt. Diese Idee perfektionierte er – und so erbaute Thoma bis heute über 1.000 Thoma-Häuser auf der ganzen Welt.

Von mondgeschlagenem Holz zu recyclebaren Häusern

Die Ausgangsbasis für ein Thoma-Haus bilden hochwertige Rohstoffe: und zwar bei abnehmbarem Mond und im Winter geschlagenes Holz. In der kalten Jahreszeit steht der Baum nämlich nicht im „Saft“. Das Holz verfügt also über weniger Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Zucker, und ist dadurch nicht so anfällig für Ungeziefer sowie Pilze. Außerdem zieht sich die Feuchtigkeit im Holz stärker zusammen – dadurch entsteht eine höhere Dichte. Auf diese Weise bleibt das gewonnene Holz über Jahrhunderte haltbar.

Stiegenabgang des Vollholzhauses

© Julia Wagner / 1000things

Diese Eigenschaften sind für ein Thoma-Haus notwendig und bilden die Basis um den Grundgedanken der sogenannten Kreislaufwirtschaft beim Hausbau umzusetzen. Das bedeutet, dass die Vollholzhäuser von Erwin Thoma vollständig wiederverwertbar sind. Man könnte also ein bestehendes Vollholzhaus zerlegen und die wiedergewonnenen Rohstoffe problemlos für ein neues Haus verwenden. Die eingesetzten Ressourcen befinden sich also bereits im Kreislauf und so müssen keine neuen Materialien produziert werden.

Vollholzhäuser sind nicht nur günstig in der Anschaffung. Auch wegen der niedrigen laufenden Energiekosten bieten sie sich als Wohnlösungen optimal an.

Author's imageErwin ThomaGründer Thoma Holz GmbH

Vollholzhäuser stehen konventionellen Häusern um nichts nach

Ein Vollholzhaus – oder auch Holz100-Haus genannt – weist im Vergleich zu einem konventionell erbauten Haus in Sachen Material grundsätzlich die gleichen Kosten auf. Nachdem die Bauzeit bei einem solchen Haus aus Holz aber um ein Vielfaches kürzer ausfällt, können die Baukosten eines Thoma-Hauses niedriger gehalten werden. Das fällt vor allem bei größeren Gebäuden stark ins Gewicht. Auch hinsichtlich Individualität müssen bei den Häusern aus Vollholz keine Abstriche gemacht werden: Die Bauteile der Häuser werden individuell vorgefertigt und vor Ort zügig zusammengebaut. In Sachen Holzart ist ebenfalls Eigenbestimmung angesagt: Zum Bauen bieten sich nämlich alle heimischen Nadelholzarten an – und die sind in Österreich zur Genüge vorhanden. Ob Fichte, Tanne, Lerche oder Kiefer hängt somit ganz vom persönlichen Geschmack und vom regionalen Vorkommen ab.

Samantha Steppan im Gespräch mit Eigentümer und Herrn Thoma

© Julia Wagner / 1000things

Erwin Thoma betont: „Vollholzhäuser sind nicht nur günstig in der Anschaffung. Auch wegen der niedrigen laufenden Energiekosten bieten sie sich als Wohnlösungen optimal an.”

Vollholz als ideales Dämmmaterial

Vollholz ist im Vergleich zu sonstigen bekannten Baustoffen sehr temperaturträge. Das bedeutet, dass das Holz in seiner reinen Form Wärme und Kälte nur sehr langsam aufnimmt. So benötigt eine Wand aus Vollholz über einen Monat, um vollständig abzukühlen, während Betonwände bereits nach rund zwei Tagen die Wärme verlieren. Mit der richtigen Technik kommen Vollholzhäuser somit problemlos ohne Heizungen oder Klimaanlagen aus. Die 35 bis 40 Zentimeter dicken Hauswände sorgen also im Sommer für ein kühles Raumklima und speichern im Winter über Wochen Wärme. So spart man über Jahre immense Energiekosten ein und schont obendrein die Umwelt.

 

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