Neue Baustoffe – Materialien der Zukunft

Aufgrund wissenschaftlicher Materialforschung haben diverse Entwickler innovative Baustoffe entdeckt, die bereits jetzt großen Einfluss auf zukünftige – und wesentlich nachhaltigere – Bauweisen haben. Ich sage nur vier Wörter: Textil, Pilze, Popcorn, Erdäpfelschalen.

Textil statt Zement

Die Firma Concrete Canvas® (CC) hat eine Vision, die unbedingt genauer unter die Lupe genommen werden muss. Deren gleichnamiges Produkt besteht aus einem flexiblen, geosynthetischen Verbundstoff, der bei Bewässerung eine feine, aber dauerhafte Betonschicht bildet. Concrete Canvas® ist sozusagen Beton als Rollenware. Es kann mindestens zehnmal schneller verlegt werden als konventioneller Beton und hält extremen Umweltbedingungen stand. Concrete Canvas® wurde sogar bereits für Katastrophenschutzmaßnahmen eingesetzt. Dieses Material könnte zukünftig das neue Zement darstellen.

Pilze statt Styropor

Wer hätte gedacht, dass ein bestimmter Pilz, der in den USA erfunden bzw. entdeckt wurde, einen neuen Baustoff darstellt? Und hierbei sprechen wir nicht von irgendeinem Baustoff. Wir sprechen von hochresistenten Isolierblöcken, die Styropor ersetzen und komplette Häuser isolieren können.

Fadenförmiger Pilz aus landwirtschaftlichen Abfällen

© iStock – 521263035

Wie das mit einem Pilz funktionieren kann? Nun, vereinfacht gesagt bildet dieser Pilz, der aus landwirtschaftlichen Abfällen (etwa Olivenkernen oder Stroh) besteht, eine bindende Eigenschaft mittels seiner fadenförmigen Zellen. Legt man sie aneinander, sorgt dieser Prozess im Endeffekt für eine unglaublich kompakte Konsistenz. Der futuristische Baustoff ist nicht nur biologisch abbaubar, sondern feuerfest, leicht und wiederverwendbar. Wer mehr erfahren möchte, kann sich bei den Erfindern (Ecovative) schlau machen.

Popcorn statt Spanplatten

Der deutschen Universität Göttingen ist eine neue Idee aufgepoppt. Seit einigen Jahren erforschen sie das Potenzial von Maiskörnern als Baustoff und entwickelten zwischen 2007 und 2010 Verbundplatten aus Maisgranulat und Holzspänen. Die Firma Pfleiderer vertreibt sie sogar schon unter dem Markennamen BalanceBoard®. Danach gab es aber noch ein Folgeprojekt, in dem man Bauplatten aus Popcorn-Kernen entwickelt hatte, die nun noch leichter sind. Diese Platten sind Spanplatten sehr ähnlich, aber nur halb so schwer. Die Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass diese Platten bald in Bereichen des Möbel- oder Automobilbaus eingesetzt werden. Popcorn kann scheinbar weit mehr, als nur gut schmecken.

Zwei Bauarbeiter auf einem Gerüst

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Erdäpfelschalen statt Formaldehyd

Kommen wir zum nächsten erstaunlichen Baustoff der Zukunft. Das britische Familienunternehmen Chip[s] Board® hat Erdäpfelschalen zu ihrem Lebensprojekt gemacht. Diese werden in Restaurants gesammelt und zu Bauplatten verarbeitet. In naher Zukunft sollen sie dem potenziell hochgradig krebserregenden Bindemittel Formaldehyd den Rang ablaufen und als vielfältige Bauplatten eingesetzt werden. Rob Nicoll, Co-Founder und CMO von Chip[s] Board® sagt: „Materialien werden oft nur für eine kurze Nutzungsdauer produziert, daher ist es unsere Vision, Materialien im Einklang mit dem Kreislauf der Natur zu erzeugen, nicht gegen diesen.“ Das unterschreiben wir, oder?

Fazit zur Causa innovative Baustoffe der Zukunft

Wir dürfen uns wirklich glücklich schätzen, dass es so viele fleißige Wissenschaftler und kreative Köpfe gibt. Dank ihnen können wir auf ressourcenschonende Baustoffe hoffen, die uns und unserer Umwelt zugutekommen. Dies ist auch nötig, um komplexe ökologische sowie ökonomische Anforderungen des 21. Jahrhunderts lösen und bewältigen zu können. Was sagen Sie zu den neuartigen Baustoffen der Zukunft? Waren Sie überrascht? Wir sind auf Ihre Meinung sehr gespannt!

 

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Romina B.Romina B. – Freie Autorin

Romina ist selbstständig als freie Autorin tätig und arbeitet gerade an einem ganz speziellen Wohnprojekt. Sie will (wieder) in einen selbst ausgebauten Kastenwagen ziehen und damit (wieder) die Welt bereisen. Glücklicherweise kann die Wienerin mobiles Wohnen mit ihrem Beruf verbinden und von überall aus fleißig in die Tasten hauen. Zumindest sofern sie Zugriff auf Kaffee hat.“

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