Mit gutem Grund den besten Grund

Mehr denn je träumen Herr und Frau Österreicher vom „Home sweet Home“ – und wohl am innigsten gelten die Träume dem eigenen Heim auf dem eigenen Grundstück. Um ein optimales Grundstück zu bekommen, sind viele Dinge zu beachten.

Am Anfang steht die Suche. Nach dem bestgelegenen, nach dem günstigsten, kurz: nach IHREM künftigen Grundstück. Bei der Suche danach sollten so viele Informationsquellen wie möglich genutzt werden. Zunächst am besten im Internet, wo Sie sich einen Überblick über Angebote und Preise und auch Infos zu rechtlichen Fragen verschaffen können.

Diese Netzrecherche ist schnell, unverbindlich und umfangreich – z.B. auf www.raiffeisen-immobilien.at, www.immodirekt.at, www.findmyhome.at, www.immobilien.net, www.immowelt.at, www.immobilienscout24.at, immo.kurier.at oder auf www.willhaben.at.

Sehr nützlich sind auch Tages- und Wochenzeitungen bzw. Magazine. Fündig werden kann man auch bei gerichtlichen Zwangsversteigerungen oder Auktionen, die man ebenfalls online (edikte.justiz.gv.at) checken kann. Und last but not least hilft oft gezielte Mundpropaganda, wenn nämlich Freunde, Verwandte oder Arbeitskollegen jemanden kennen, der ein Grundstück verkaufen will.

Zu klären ist, ob Sie lieber in einem ländlichen Gebiet oder am Stadtrand leben möchten.

Weiters:

  • Wie sieht es mit der Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz aus?
  • Gibt es Radwege?
  • Sind Ärzte, Rettungsdienste und Krankenhäuser leicht zu erreichen?
  • Sind Schulen und Kindergärten vorhanden?
  • Wie schaut es mit kulturellen Einrichtungen aus?
  • Gibt es Museen und Bibliotheken, Sportmöglichkeiten und Grünflächen?
  • Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Sind Gehwege nachts beleuchtet?
  • Kann es zu Lärm- oder Geruchsbelästigung kommen?
  • Kann man sich vielleicht schon mit potenziellen Nachbarn bekannt machen?

Wenn Sie nun einen Baugrund „live“ anschauen, sollten Sie die Besichtigung dokumentieren und eventuell auch Fotos anfertigen. Wichtig sind die Lage und Form des Grundstücks, die Aussicht und die infrastrukturellen Einrichtungen. Hinzu kommen die Beschaffenheit des Bodens und der Grundwasserspiegel. Des Weiteren gilt es, Einsicht in den Flächenwidmungsplan zu nehmen, der besagt, ob das gewünschte Grundstück bebaut werden darf. Befinden sich auf dem Baugrund behördlich geschützte Bäume?

Denken Sie an mögliche Förderungen!

Es gibt viele unterschiedliche Grundstücksformen wie zum Beispiel quadratische, längliche, dreieckige und trapezförmige Grundstücke – oder auch solche mit Niveauunterschied. Es empfiehlt sich, schon vor dem Grundstückskauf Fachleute (Architekten, Baumeister) zu engagieren, die auf die Besonderheiten des Bauprojekts eingehen können. Baugründe mit Hanglage punkten durch ihre schöne Aus- und Fernsicht. Andererseits ist Hausbau in Hanglage in der Regel mit höheren Kosten verbunden. Wenn Sie später einen Garten anlegen möchten, sollten Sie auf die Längsachse des Grundstücks achten. Diese hat entweder eine Nord-Süd oder eine Ost-West Ausrichtung. Darüber hinaus ist die Lage der Aufschließungsstraße wichtig, durch die der Anschluss an die öffentliche Strom-, Gas-, Kanal- und Wasserversorgung erfolgt.

Nachdem Sie mit viel Sorgfalt ein geeignetes Grundstück gefunden haben, können Sie mit der Abwicklung des Kaufs beginnen. Dies ist ein komplexer Prozess u.a. auch deshalb, weil viele rechtliche Fragen damit verbunden sind. Auch juristisch interessierte Privatpersonen können bei rechtlichen Fragen an ihre Grenzen stoßen. Gehen Sie lieber auf Nummer sicher und nehmen Sie eine Rechtsberatung in Anspruch. Dies ist zwar auf den ersten Blick mit höheren Kosten verbunden, zahlt sich aber in vielen Fällen aus.

Einen verbindlichen Quadratmeterpreis für Grundstücke gibt es nicht, die Preise werden vom Markt bestimmt. Behandeln Sie Angebote, die besonders günstig erscheinen, mit Vorsicht. Empfehlenswert ist die sogenannte Treuhandschaft, d.h. Ihre Bank überweist den Kaufpreis zuerst an einen Notar und erst dann, wenn Ihr Eigentumsrecht im Grundbuch eingetragen ist, erhält der Verkäufer den Betrag. Dadurch sind Verkäufer und Käufer gegen wirtschaftliche Risiken abgesichert. Im Grundbuch sind Eigentum des Verkäufers, Pfandrechte, Vorkaufsrechte, Wegrechte nachzusehen – besorgen Sie sich somit unbedingt einen möglichst aktuellen Grundbuchsauszug. Bevor Sie als neuer Eigentümer eingetragen werden, muss das Grundstück von Altlasten (Pfandrechten) freigestellt werden.

Zusätzlich zum Kaufpreis des Grundstücks kommen beachtenswerte Nebenkosten, wie Notariatskosten, Maklerprovision, Aufschließungskosten, Grunderwerbsteuer und Grundbuchsgebühren dazu. Die Grunderwerbsteuer beträgt 3,5 % des Kaufpreises. Wird das Grundstück von einem nahen Angehörigen gekauft, beläuft sie sich für die ersten 250.000 Euro auf 0,5 %, für die nächsten 150.000 Euro auf 2 % und für den restlichen Betrag auf 3,5 % des Grundstückswertes. Für die Eintragung des Eigentumsrechts ins Grundbuch ist eine Gerichtsgebühr von 1,1 % des Kaufpreises zu entrichten. Ist auch die Eintragung eines Pfandrechts erforderlich, fallen zusätzlich 1,2 % von der Höhe des Pfandrechtes an. Des Weiteren müssen Sie die Eingabengebühr von 44 bzw. 62 Euro (wenn die Antragstellung nicht elektronisch erfolgt) entrichten.

Beachten Sie auch die Er- und Aufschließungskosten, wie jene für Wasser, Kanal, Zufahrt, Energie (Strom, Gas) und Telefon. Wenn Sie ein Grundstück kaufen, das bereits aufgeschlossen ist, wird sich dies in einem höheren Kaufpreis niederschlagen.

 

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