“Langsam anfangen”

Oliver Rilling, Leiter des strategischen Produktmarketings des Smart-Home Pioniers Somfy, gibt praktische Einblicke und darüber hinaus vor allem jenen Leuten Tipps, die ihr Zuhause bisher noch nicht intelligent vernetzt haben.

Wie weit ist Smart-Home-Technologie in Österreich mittlerweile verbreitet?

Laut unserer Definition des Begriffs „Smart Home“ müssen mehrere Geräte in einer Wohnung oder einem Haus miteinander in Verbindung stehen und gemeinsam gesteuert werden. Dies trifft auf rund 8 bis 9 Prozent der Haushalte in Österreich zu. Bis 2023 erwarten wir auf Basis aktueller Marktforschungen, dass der Anteil voraussichtlich auf 20 bis 25 Prozent wachsen wird.

Was sind Ihre wichtigsten Tipps für die Einrichtung eines Smart Homes? Soll man sich immer auf Technik verlassen?

Meine drei wichtigsten Tipps lauten:

  1. Langsam anfangen und sukzessive fortschreiten:

Wer bisher noch gar keine vernetzte Technologie eingesetzt hat, wird sich sicher nicht wohl fühlen, wenn er von einem Tag auf den anderen in einem komplett hochtechnisierten Umfeld lebt. Wir raten in dem Fall daher immer dazu, beispielsweise mit einer wettergesteuerten Jalousie zu beginnen und sein Smart-Home-Portfolio Schritt für Schritt zu erweitern.

  1. Lebenszyklusgerechter Einsatz der Smart-Home-Technologie:

Einige der Produkte aus unserem Sortiment sind speziell für einzelne Altersklassen zugeschnitten. So kann die intelligente Technik zum Beispiel älteren Menschen helfen, länger in ihrem Zuhause wohnen zu können. Eine Kaffeemaschine, die einem Angehörigen ein Warnsignal aufs Handy schickt, wenn sie nicht bis 7 Uhr morgens bedient wurde, wirkt für so manchen jungen Menschen auf den ersten Blick etwas übertrieben. Für alleinstehende Senioren kann es allerdings in Notsituationen sehr hilfreich sein, wenn technische Wohnungseinrichtungen erkennen, dass sie Alltagsroutinen nicht einhalten. Junge Familien – und da vor allem Kinder – finden meistens sprachgesteuerte Systeme sehr ansprechend und nutzen diese intensiv zur Erleichterung ihres Alltags.

  1. Es muss immer die Möglichkeit bestehen, händisch einzugreifen:

Die Automatisierung verschiedener Szenarien und die Nutzung von Sensordaten sind der Schlüssel für ein intelligentes, sicheres und komfortables Zuhause. Trotzdem sollte der Raumnutzer sich stets die Option behalten, bei individuellen Steuerungswünschen auch selbst aktiv werden und eingreifen zu können.

Welches Angebot gibt es für Smart-Home-Quereinsteiger jetzt im Sommer?

Wettergesteuerte Beschattungssysteme mit Rollladenmotoren in Kombination mit elektrisch kippbaren Fenstern sorgen für angenehme Lichtverhältnisse sowie für frische, kühle Luft und lassen das Haus immer bewohnt wirken – wodurch Einbrecher abgeschreckt werden. Dies ist – vor allem jetzt in der Urlaubszeit – sehr vorteilhaft. Sensorgesteuerte Jalousien helfen sowohl im Sommer beim Kühlen als auch im Winter beim Heizen. Elektrische Fenster lüften das Haus auch während die Bewohner abwesend sind und schließen sich bei Wind automatisch. Sensorsteuerungen haben gegenüber Zeitsteuerungen deutliche Vorteile. Die Informationen von Helligkeits-, Wind- und Regensensoren ermöglichen eine wettergesteuerte Lösung, die das Haus bei höchster Kosteneffizienz beschattet, kühlt und lüftet. Es gibt bereits energieautarke Lösungen, bei denen der Strom aus Solarzellen gewonnen wird.

Wie hoch sind die Einsparungen bei Strom und Heizung, wenn ich in meinem Haus smarte Technologie einsetze?

Schon alleine der richtige Einsatz von Beschattung führt zu maßgeblichen Einsparungen. Im Winter kann eine Außenjalousie die Heizkosten für das jeweilige Zimmer um bis zu 10 Prozent reduzieren – da sich zwischen Jalousie und Fenster eine Isolierschicht bildet, die die Temperatur im Zimmer erhöht. Im Sommer kühlen Innenjalousien die Raumtemperatur um bis zu 10 Grad ab – was bedeutet, dass der Stromverbrauch einer Klimaanlage um 50 bis 80 Prozent reduziert werden kann. Die tatsächliche Einsparung ist individuell verschieden, aber häufig werden durch Smart-Technologie die Strom- und Heizkosten jährlich um 20 bis 30 Prozent reduziert. Man spart zudem auch viel Zeit und gestaltet sich den Lebensalltag deutlich komfortabler.

Wie können solche Beschattungssysteme zu einem smarten Gesamtkonzept erweitert werden?

Wettergesteuerte Beschattungssysteme interagieren im Idealfall mit Lichtkonzepten und sorgen in Kombination für angenehmes Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden. Dank moderner Lichtkonzepte findet man den passenden Farbklang zu jeder Tageszeit. So wirkt morgens ein Blauton sehr angenehm, am Abend verhelfen dagegen rötliche Farbtöne zur Entspannung. Wenn man sich in der Nacht im Haus bewegt, können Bewegungsmelder eine sehr dezente Beleuchtung auslösen und den Weg im Dunkeln weisen – so stört man auch die Mitbewohner nicht bei ihrem Schlaf.

Interessant ist auch das smarte Türschloss. Ich benötige keinen Schlüssel mehr und kann beispielsweise einer Reinigungskraft während meiner Abwesenheit die Wohnungstür auch von meinem Handy aus öffnen – oder ihr Smartphone für das Öffnen meiner Tür in einem bestimmten Zeitfenster autorisieren. Ein Zukunftsgedanke ist es, mit dieser Technik auch Paketdiensten die Wohnungs- oder Garagentür aus der Ferne kurzzeitig zu öffnen und die Zustellung mit entsprechenden Kameras zu überwachen.

Smart-Home-Technik hat nicht nur begeisterte Fans. Kritisch gesehen werden unter anderem Datenschutz und mögliche technische Fehler – vor allem bei Alarmanlagen. Wie gehen Sie damit um?

Um unsere Kunden vor Hackern zu schützen, arbeiten wir ausschließlich mit cloudbasierten – also sehr flexiblen – Systemen. Dies ermöglicht es uns, regelmäßig und auch kurzfristig neue Sicherheitsupdates direkt an alle verbundenen Geräte aufzuspielen. So stellen wir für unsere Kunden die höchstmögliche Sicherheit her. Unsere Server stehen übrigens in Europa, weil es hier die höchsten Standards in Sachen Datenschutz gibt. Wer seinen Ausweis und Schlüssel in der Handtasche trägt, nimmt das Risiko in Kauf, dass ein Taschendieb spielend leicht seine Adresse ausfindig macht und in das Haus eindringen kann. Dies bleibt Smart-Home-Kunden erspart, wenn sie in Lösungen auf höchstem Sicherheits- und Datenschutzniveau investieren. Sollte es dennoch zu einem Einbruch kommen, ist man in wenigen Sekunden handlungsbereit – auch aus der Ferne. Fehlalarme können wir ebenso mit ausgeklügelter Technik verhindern. Es gibt bereits Kombinationen aus Infrarotlicht und Bewegungsmelder inklusive Boden- und Kleintierausblendung.

www.somfy.at

www.facebook.com/somfysmarthome

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