Gesundes Bauen und Renovieren

Gesund zu Wohnen ist für nahezu jeden Menschen ein wichtiges Thema. Was man bereits bei der Planung von Bau- und Renovierungsarbeiten beachten soll, erklärt die Initiative www.MeineRaumluft.at.

Um im Frühjahr mit dem Bau oder der Renovierung zu starten, bedarf es einer gründlichen Vorbereitung, idealerweise bereits im Herbst beginnend. Denn das Angebot und die Vielfalt an Bau- und Renovierungsmöglichkeiten steigt stetig an und es wird für den normalen Häuslbauer schwierig, den Überblick zu bewahren. Kam man vor 100 Jahren noch mit 100 Baustoffen und -materialien zurecht, sind es heute an die 100.000 unterschiedliche Baustoffe sowie Material- und Funktionskombinationen, die zum Einsatz kommen können.

Der Häuslbauer weiß, was er will

„Innovative Gebäude, Smart Homes, Green Building oder multifunktionale Baumaterialien – auch Bauen und Renovieren ist ständigen Trends unterworfen. Was aber bei allen Entwicklungen und Trends im Mittelpunkt stehen sollte: Das Wohlbefinden und die Gesundheit der Nutzer“, appelliert Peter Skala, Initiator der Plattform MeineRaumluft.at.

Nach der „Wohn Gesund“-Eigenstudie der Plattform MeineRaumluft.at ist das Thema „Gesund Bauen und Wohnen“ für die Mehrheit jener, die gerade Bauen oder Renovieren, ein wesentlicher Faktor für die Auswahl von Bauprodukten und -materialien. Bei jenen, die aktuell noch in der Planungsphase stecken, ist dies sogar für über 80 % eine Entscheidungsgrundlage. Einerseits geht es den Befragten durch die Auswahl der Bauprodukte und -materialien darum, keine negativen gesundheitlichen Folgen zu erleiden. Andererseits erwarten sie sich durch den Einsatz hochwertiger Materialien eine erhöhte Lebensqualität und Wohlbefinden. So sollte, wenn ein Neu- oder Umbau oder eine Renovierung ansteht, die Gelegenheit genutzt werden, gesunde, klimaregulierende und nachhaltige Materialien einzusetzen. Denn Baustoffe und -materialien bestimmen nachweislich und nachhaltig die Qualität der Raumluft und somit die Gesundheit und das Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden.

Problemfelder

Die häufigsten hausgemachten Probleme in Wohn- und Arbeitsräumen, die auf unsere Gesundheit wirken, sind:

  • VOC: flüchtige organische Verbindungen aus z.B. Lösungsmitteln oder Bauklebern
  • zu geringe Luftfeuchtigkeit in der Heizsaison
  • Formaldehydgase aus Einrichtungsgegenständen
  • Feinstaubbelastungen durch Rauchen, Kochen, brennende Kerzen
  • Schimmelbildung durch Baufehler oder falsches Lüftungsverhalten

Die möglichen Folgen sind beispielsweise:

  • unspezifische Beschwerden wie Kopfschmerzen
  • Konzentrationsschwächen
  • Reizhusten
  • Müdigkeit
  • Schwindelgefühle uvm.
Umbaupläne mit Farbkarten

© iStock – 1181691218

Der gesunde Raum beginnt bei der Planung

Die Kombination von natürlichen Baustoffen und moderner Technik ermöglicht uns neue Formen der Wohnraumgestaltung. Bereits bei der Planung sollten diese berücksichtigt werden. Anbei die wichtigsten Tipps der Plattform MeineRaumluft.at für ein gesundes Wohnumfeld in der Planungsphase:

  1. Baubeginn:
    Aus technischer Sicht ist das Frühjahr eine gute Zeit, um einen Neubau oder eine Renovierung zu beginnen. So kann bei gutem Baufortschritt gewährleistet werden, dass die Gebäudehülle vor dem Winter dicht ist. Auch die Einhaltung von Austrocknungszeiten hilft, um späteren Feuchtigkeits- und Schimmelproblemen vorzubeugen.
  2. Bauweise:
    Eine massive Bauweise mit natürlichen Materialien, wie beispielsweise Ziegel, mineralische Putze und Innenbeschichtungen, ist nicht nur klimaregulierend und damit schimmelhemmend, sondern vermeidet auch das Ausgasen von gesundheitsschädlichen VOC.
  3. Baumaterialien und Einrichtungsgegenstände:
    Schadstoffe gelangen durch Ausdampfen aus falsch gewählten Baumaterialien, Bodenbelägen, Ausgleichsmassen, frisch lackierten Möbeln, Isoliermatten etc. in unsere Raumluft. Entsprechende Umweltzeichen oder Gütesiegel kennzeichnen schadstoffarme Produkte.
  4. Frischluft:
    Die Anzahl und Position der Fenster beeinflusst die Durchlüftungsmöglichkeiten. Der Einbau mechanischer Lüftungsanlagen für automatische Wohnraumlüftung ist empfehlenswert.
  5. Heizen, Kühlen:
    Unabhängige Energieberater informieren über die neuesten und modernsten Heiz-Kühlsysteme. Angepasst an die individuellen Bedürfnisse sollten die Heiz- und Kühleinrichtungen außerdem möglichst geringe Luftverwirbelungen verursachen. Idealerweise können auch natürliche Beschattungsmöglichkeiten zum Kühlen genutzt werden.

Weitere Tipps und Downloads finden Sie auf www.MeineRaumluft.at.

 

Peter Skala ist Initiator und Mitbegründer der unabhängigen Plattform MeineRaumluft in Österreich und der Schweiz. Diese Plattform hat sich zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit in allen Fragen rund um das Thema „Gesundes Raumklima“ zu sensibilisieren und damit zu einer wesentlichen Verbesserung des Raumklimas beizutragen. (Erweitert: Die Plattform „MeineRaumluft“ wird von Wissenschaft, Institutionen mit Bezug zum Thema Raumluft/-klima, Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen getragen).

MeineRaumluft.at

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