Feuerwerk – nicht alles ist erlaubt

Der Jahreswechsel steht vor der Tür und wird wohl vielerorts traditionell lautstark und farbenprächtig gefeiert werden. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind dabei allem Anschein nach nur den wenigsten bekannt.

Ist das Abfeuern von Feuerwerkskörpern in meiner Gemeinde erlaubt? Unter welchen Voraussetzungen darf ich welche Silvesterknaller überhaupt besitzen, geschweige denn zünden? Die Antworten auf diese und weitere Fragen finden sich vorwiegend im Pyrotechnikgesetz 2010, das unter anderem den Besitz und die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände strikt regelt. Ergänzend sind allfällige ortspolizeiliche Verordnungen zu beachten.

Einstufung nach Gefährlichkeit

Feuerwerkskörper werden entsprechend ihrer Verwendungsart bzw. ihrem Zweck und dem Grad ihrer Gefährlichkeit, einschließlich ihres Lärmpegels, in vier Kategorien unterteilt. Diese reichen von der Kategorie F1 (Feuerwerkskörper, die eine sehr geringe Gefahr darstellen, einen vernachlässigbaren Lärmpegel besitzen und auch innerhalb von Wohngebäuden verwendet werden können, wie z.B. Wunderkerzen, Tortensprüher oder Rauch- und Blitzkugeln) bis zur Kategorie F4 (Feuerwerkskörper, die eine große Gefahr darstellen und nur zur Verwendung durch Personen mit entsprechenden Fachkenntnissen vorgesehen sind, wie z.B. professionelle Großfeuerwerke). Welcher Kategorie ein Feuerwerkskörper zugeordnet ist, muss auf diesem angegeben werden.

Je nach Kategorie der Feuerwerkskörper ergibt sich daraus, wie alt der Verwender/Besitzer sein muss und ob bzw. welche sonstigen Voraussetzungen (Nachweis von Sachkunde bzw. Fachkenntnis) erfüllt sein müssen. Feuerwerkskörper der gefährlicheren Kategorien F3 und F4 dürfen beispielsweise nur von Personen ab 18 Jahren, bei Vorliegen eines entsprechenden Pyrotechnik-Ausweises und nach behördlicher Bewilligung besessen und verwendet werden. Zuständige Behörde ist die Bezirksverwaltungsbehörde bzw. in bestimmten Gemeinden die Landespolizeidirektion.

Verbotszone Ortsgebiet

Die im Pyrotechnikgesetz enthaltene Liste an Verboten ist lang. So dürfen Feuerwerkskörper bzw. Silvesterknaller der Kategorien F1 und F2 (z.B. klassische Silvesterraketen, Schweizer Kracher etc.) nur einzeln und voneinander getrennt gezündet werden. Die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände der Kategorie F2 ist im Ortsgebiet bundesweit grundsätzlich sogar ganzjährig verboten. Durch Verordnung können Bürgermeister jedoch für bestimmte Teile des Gemeindegebietes Ausnahmen erteilen, sofern nach Maßgabe der örtlichen Gegebenheiten durch die Verwendung keine Gefährdung von Leben, Gesundheit und Eigentum von Menschen oder der öffentlichen Sicherheit sowie keine unzumutbare Lärmbelästigung zu befürchten sind.

In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenanstalten, Kinder-, Alters- und Erholungsheimen, Tierheimen und Tiergärten sowie von leicht entzündlichen oder explosionsgefährdeten Gegenständen und Orten, wie z.B. Tankstellen, ist die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände generell verboten. Das gilt grundsätzlich auch für das Zünden von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2 innerhalb oder in unmittelbarer Nähe großer Menschenansammlungen.

Verstöße gegen das Pyrotechnikgesetz können mit einer Geldstrafe bis zu EUR 3.600,- oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Wochen geahndet werden. Herstellern, Importeuren und Händlern drohen bei Zuwiderhandeln gegen die ihnen auferlegten Pflichten (z.B. Kennzeichnungspflichten) noch deutlich höhere Strafen.

Wenn Sie sich im Vorfeld gut informieren und bei der Handhabung die gebotene Sorgfalt nicht außer Acht lassen, steht einem gelungenen Silvesterfeuerwerk wohl nichts mehr im Wege. In diesem Sinne wünschen wir einen guten und vor allem sicheren Rutsch ins neue Jahr.

Das Recht und Compliance Team der Raiffeisen Bausparkasse
Bei diesem Beitrag handelt es sich lediglich um eine unverbindliche Information, die keine Rechtsberatung darstellt. Insofern verstehen sich alle angebotenen Informationen ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

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