Das Zuhause, das mitdenkt

Smart Homes nehmen den Bewohnern Arbeit ab und helfen dabei, Energie zu sparen. Doch die Systeme sind noch nicht so ausgereift, dass alle Sicherheitsfragen geklärt sind.

Ob es um Freizeit, Privatleben oder Arbeitswelt geht: An dem Schlagwort „Digitalisierung“ kommt niemand vorbei. In der Industrie werden komplexe Produktionsabläufe ebenso in Bits und Bytes zerlegt, wie die Kommunikation mit Freunden und Familie. Auch vor unserem Zuhause macht die Digitalisierung nicht Halt. Hier soll die Technik helfen, die Bedürfnisse der Bewohner zu unterstützen und zu lenken. Und: Ein Smart Home kann auch helfen, Energie zu sparen.

Lange Zeit konnte mit dem Begriff niemand so recht etwas anfangen. Das ändert sich. In Deutschland haben beispielsweise bereits ein Drittel der Haushalte ihr Zuhause teilweise zu einem Smart Home umgerüstet. Sie benutzen Smartphone oder Tablet als „Fernbedienung“ zu ihrem intelligenten Haus.

Echte Alltagserleichterung

Ein Smart Home zeichnet sich dadurch aus, dass sämtliche elektronische Geräte wie ein Orchester zusammenspielen. Durch Sensoren passen sie sich automatisch an die Gegebenheiten an. So fahren etwa Jalousien selbstständig herunter, wenn die Sonne in das Wohnzimmer brennt, im Garten schaltet sich eine Bewässerungsanlage an, der Kühlschrank meldet, welches Nahrungsmittel fehlt. Auch die Bedienung von unterwegs ist machbar. Smart Homes können via Tablet oder Handy gesteuert werden. So können die Bewohner die Klimaanlage bereits am Heimweg einschalten.

Ein vernetzter Haushalt bietet also Bequemlichkeit für die Bewohner. Ein weiterer Vorteil ist das Einsparen von Energie. Schaltet etwa im Winter die Heizungssteuerung die Heizkörper automatisiert ab, reduziert sich der Energieverbrauch. Als Beispiel gilt das Musterhaus „Passivhaus Eisenstraße“ in Niederösterreich. Das Plus-Energie-Gebäude verfügt in Form einer Photovoltaikanlage über sein eigenes Kraftwerk. Zusätzliche intelligente Smart-Home-Technik-Sensoren sorgen etwa dafür, dass wesentliche Stromverbraucher wie Waschmaschine oder Trockner automatisch aktiviert werden, sobald genügend Solarstrom zur Verfügung steht.

Hilfe für Senioren

Nicht zu unterschätzen ist das Potenzial, das ein Smart Home beinhaltet, wenn es darum geht, dass die Bewohner möglichst lange selbstständig in ihren eigenen vier Wänden wohnen können. Es kann nämlich auch assistieren. Die neuen Technologien überprüfen „Lebenszeichen“ oder erinnern die Menschen an die Einnahme von Medikamenten. Auch Features wie Videotelefonie sind möglich: So können bettlägrige Bewohner Kontakt mit einem vernetzten Arzt aufnehmen oder mit Verwandten kommunizieren, ohne das Haus zu verlassen. Dass ihnen Haushaltsroboter die Arbeit abnehmen, versteht sich von selbst.

Auch die Sicherheit wird durch den Einsatz neuer Technologien erhöht. Selbst wenn der Bewohner unterwegs ist, kann er mit dem Smartphone, Tablet oder PC eine Videokamera aktivieren, sodass der Blick rund um das Grundstück und Haus jederzeit möglich ist. Während der Urlaubszeit kann hingegen gesteuert werden, dass immer wieder Licht in dem einen oder anderen Raum eingeschaltet wird. So wirkt es nicht leer – und wird eher von einem Einbruch verschont.

Nicht alles geklärt

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Bei allen Vorteilen, die ein Smart Home bietet, schleichen sich immer wieder Probleme ein. Die größten Bedenken betreffen die Sicherheit. Selbst wenn die Technik das Heim vor möglichen Eindringlingen schützt, wer schützt das System vor Eindringlingen? Wenn ein Smart Home das Ziel von Hackern wird, dringen sie in die Privatsphäre der Bewohner ein und erfahren deren sensiblen Daten. Zudem können sie sich dann ganz einfach Zutritt ins Haus verschaffen. Diese Bedenken sind nicht von der Hand zu weisen. Noch sind die Technologien nicht so ausgereift, dass die Systeme sicher wären. Doch die Hersteller sind sich der Probleme bewusst und arbeiten an Verbesserungen. Das Smart Home steckt sozusagen erst in den Kinderschuhen. Was die Zukunft da noch bringt, wird sich erst weisen.

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